Kopf hoch #9-Die Gesundheitskolumne von FTF
Unsere Kolumnistin Gabi macht sich immer mal wieder auf die Suche nach dem kleinen Glück. Dieses Mal hat sie es im Allgäu in einem Offenstall für Kühe gefunden …
Gutes für die Seele.
Ich weiß ja nicht, wie es Euch geht, liebe Fuck the Falten-Leserinnen, aber ich hatte bisher ein eher angespanntes Verhältnis zu Kühen. Vor allem weil ich den Großteil meines Lebens mit Hund verbracht habe. Als Großstädterin bin ich Kühen nur im Zusammenhang mit Wanderungen in den Voralpen begegnet - und das waren ausnahmslos eher stressige Situationen.
Hund eng an der Leine geführt, oder versucht, ihn zwischen mir und meinen Wandergefährten vor den aufmerksam-neugierigen Blicken der Kühe zu verbergen. Unvergessen die Flucht in Südtirol in letzter Sekunde über ein Kuhgatter oder die regelmäßigen stundenlangen Umwege, um Kuhweiden zu meiden. Oder, ganz problematisch, die Jungstierbegegnung mit roter Wanderjacke mitten im Wald in Österreich. Ganz abgesehen von der Schwierigkeit, einen Hund unbeschadet über Elektroweidezäune zu hieven. Ich denke, jede und jeder Hundebesitzer kennt diese Problematik.
Das ganze, ungute Gefühl noch befeuert durch die alljährlichen Sommerloch-Berichte über totgetrampelte Hunde und/oder Menschen von wilden Mutterkühen, deren Beschützerinstinkt mit ihnen durch gegangen ist.
Dazu kommt natürlich auch, dass eine normale Begegnung mit einer Kuh eigentlich nicht möglich ist, denn bedauerlicherweise sind unsere Kühe ja alles sogenannte Nutztiere, die selbst, wenn sie auf der Weide stehen, eine bescheuerte Glocke um den Hals tragen müssen, die sie unendlich (nachgewiesenermaßen) stresst, ständig künstlich besamt werden, die Kälber weggenommen bekommen und so weiter und so fort. Aus diesem Grund esse ich zu 95% keine Milchprodukte, aber das ist ein anderes Thema.
Da ich mich trotz allem auch immer sehr zu Kühen hingezogen fühle, wollte ich endlich einmal eine entspannte Kuh-Mensch-Begegnung erleben …
und habe, was sonst, den Begriff Kuhkuscheln gegoogelt und bin fündig geworden.
Was soll ich sagen, ich bin beseelt von dieser Erfahrung. Ich war bei Markus, einem jungen, außergewöhnlichen Mann in Steingaden im Pfaffenwinkel, der sechs Rinder besitzt - einfach so. Und der sehr professionell und einfühlsam das außergewöhnliche Miteinander von Kuh und Mensch anleitet und begleitet.
Erst habe ich Emmi, eine hübsche Allgäuer Braune, kennen gelernt, mich ihr vorsichtig genähert, herausgefunden, welche ihre Lieblingsstelle beim Striegeln ist (hinter den Ohren), mich von ihr anschauen und beschnuppern lassen.
Nach einiger Zeit ist sie in ihren Offenstall gegangen und ich hinterher. Als sie sich im Stroh niedergelassen hat, bin ich vorsichtig an sie rangerutscht, habe ich mich leicht an sie gelehnt und dann eine gefühlte Ewigkeit im Gleichklang mit ihr geatmet, meine Nase in ihren weichen Hals gedrückt. So nah, so sanft, so friedlich … eine Wohltat für die Seele. Für meine und ich hoffe auch für ihre.
Mögen alle Lebewesen frei sein von Leid - ist das Jahrtausende alte Sanskrit-Mantra.
Für Emmi hat es sich erfüllt.
Wer auch mal Kuhkuscheln will, wird hier fündig!
Unsere Kolumnistin Gabi
Gabi, Jahrgang 67, ist … Mutter eines erwachsenen Sohnes, langjährige Freundin von Sabine, Mediationsanleiterin, Organisatorin vieler Freund:innen-Events, Bewegungsmuffel (leider), Griechenland-Aficionada, Ratgeberin in Gesundheitsfragen aller Art (zum Leidwesen vieler auch ungefragt), Team Strandurlaub, Sundowner-Genießerin, Theater-Fan … und Hobby-Kolumnistin.
© FTF, Sabine Fuchs und Ulrike Heppel
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