09•07•2026

Der Sommer hat komplett die Kontrolle verloren!

Endlich Sommer! Monatelang haben wir gejammert. „Zu kalt, zu grau, zu nass, ich kann dieses Grau nicht mehr sehen, ich will einfach nur Sonne!" Dann kommt er, der Sommer, und zwar gleich mit 37 und mehr Grad. Und plötzlich laufen dieselben Menschen durch die Gegend und murmeln nur noch: „Es ist einfach zu heiß ..."
 

Ach was. Ich bin ja der Meinung:

Der Sommer hat komplett die Kontrolle verloren.


Früher war Sommer. Heute ist es gefühlt eine Mischung aus Backofen, Heißluftfritteuse und Endgegner. Du gehst morgens geschniegelt und gestriegelt aus dem Haus. Zehn Minuten später siehst du aus, als wärst du zu Fuß durch die Sahara gelaufen und kalt duschen wird gerade zu meiner persönlichen eizeitbeschäftigung Nummer 1. 

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Uli steht neben einem Ventilator


Und nachts?
Da liegst du im Bett in einer Position, die entfernt an ein gestrandetes Seelöwenbaby erinnert, drehst dich alle 14 Sekunden von links nach rechts, weil jede Bettseite inzwischen Körpertemperatur angenommen hat. Und bist verzweifelt, weil die Nacht so gar nicht enden will. Fenster auf hilf Null, weil Außen- und Innentemperatur identisch sind.

Was hilft gegen Hitze? Überraschend wenig Magie!

Spoiler: Nein, drei Eis am Stiel ersetzen keinen Liter Wasser und der fünfte Aperol ist auch keine Form der Flüssigkeitszufuhr. Der Körper ist in diesen Tagen ziemlich simpel gestrickt.
Er will: Trinken, Schatten, Luft und dass du ihn nicht mittags um halb eins zum Joggen zwingst. Eigentlich gar nicht so anspruchsvoll.

Der Sommer ist also kein Wellnessurlaub.

Irgendwie versucht uns Instagram einzureden, Sommer wäre ein Zustand permanenter Glückseligkeit. Weiße Leinenhemden, ein gekühltes Glas Rosé in der Hand, goldene Sonnenuntergänge, Menschen, die von Holzstegen ins Wasser springen und dabei aussehen, als hätten sie gerade einen Parfümwerbevertrag unterschrieben.
 

Die Realität?
Du steigst ins Auto und verbrennst dir am Gurt fast die Schulter. Der Lenker fühlt sich an wie frisch aus der Hölle geschmiedet und dein Handy meldet Überhitzung, bevor du es überhaupt benutzt hast.

Der härtester Malocher – mein Ventilator. 

Er läuft … und läuft … und läuft …  auf Höchstleistung und verteilt trotzdem nur … 


... warme Enttäuschung


Er macht Geräusche wie ein startender Hubschrauber und bewegt exakt dieselbe warme Luft von links nach rechts. Aber wehe, jemand schaltet ihn aus. Dann merken plötzlich alle, dass er alle im Raum emotional zusammengehalten hat.
 

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Uli steht neben einem Ventilator

Es gibt immer diesen einen Menschen.

Den Typen, der bei 38 Grad sagt: „Also ich finde die Hitze gar nicht schlimm."
Nein, natüüüüüüürlich nicht!
Du bist vermutlich auch derjenige, der freiwillig sehr scharf isst, barfuß über Kies läuft und behauptet, kalte Duschen seien „befreiend", (wobei sie das bei diesen Temperaturen wirklich sind). Wir anderen kleben derweil an jeder Sitzfläche fest, die länger als drei Minuten Kontakt mit unserer Haut hatte.

Sommer ist auch ein Geruch.

Nämlich der von Grill, Sonnencreme, frisch gemähtem Rasen. Und diese Mischung aus heißem Asphalt und Verzweiflung, wenn die Deutsche Bahn wieder behauptet, die Klimaanlage arbeite "eingeschränkt".


Eingeschränkt.


Ein wunderschönes Wort für: „Wir wünschen Ihnen viel Erfolg."
 

Der offizielle Sommerdresscode.

Alles, was nicht klebt. Alles, was Luft durchlässt. Und alles, was nicht nach fünf Minuten aussieht, als hätte man gerade einen Halbmarathon hinter sich.
 

Warum Leinen immer aussieht, als hätte man darin übernachtet, ist übrigens bis heute wissenschaftlich nicht geklärt.
 

Was wirklich gegen Hitze hilft?

Die schlechte Nachricht zuerst:

Nichts! Es gibt keinen Geheimtrick.


Auf den sozialen Plattformen können sie dir noch so oft erzählen, dass ein Zitronenwasser mit Minze und Himalaya-Salz dein Leben verändert. Tut es nicht. 

Es ist Wasser mit Zitrone!


Also ...

Trinkt genug, sucht euch Schatten, zieht nicht die schwarze Jeans an, lass tmittags Fünfe gerade sein. Und akzeptiert, dass ihr zwischen 14 und 17 Uhr ungefähr dieselbe Produktivität hast wie ein Goldfisch auf Valium.
 

Und wenn alles nichts hilft:
Esst ein Eis, stellt die Füße ins Wasser, beschwert euch kurz über die Hitze. Das gehört schließlich genauso zum Sommer wie Mücken und Sonnencreme.

Das Beste am Sommer?

Er geht vorbei!


Bevor jetzt alle empört aufspringen: Jaaaaaa, ja, Sommer ist großartig.


An langen Abenden draußen sitzen, ein Eis essen, Urlaub haben, Grillen. Aber es gibt eben auch die Tage zu den heißen Nächten und die sind gerade einfach nur hot, hot, hot!
 

Aber: Der wichtigste Sommertipp überhaupt …

Hört auf, ständig zu jammern. Nein, nicht weil Jammern verboten wäre, sondern weil wir im November garantiert wieder sagen werden: Ach, diese schönen Sommerabende ..."
 

Unser Gehirn löscht nämlich erstaunlich zuverlässig alles aus, was mit schlaflosen Tropennächten, verschwitzten Autofahrten ohne Klimaanlage und festklebenden Oberschenkeln auf Plastikstühlen zu tun hatte.

Bis dahin gilt: Nicht kämpfen, nicht jammern (okay, ein bisschen jammern gehört dazu), viel trinken und vor allem viel lachen.
 

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Uli lacht vor bunter Wand

Fotos: Rainer Di Fiore


Und wenn Menschen schon im April fragen: 

Na? Wann wird's endlich wieder richtig heiß?"
 Dann erinnere sie bitte freundlich an diesen Artikel und sag ihnen, sie sollen bitte vorsichtig mit ihren Wünschen sein ;)

Oder schick ihn einfach für zehn Minuten auf einen Parkplatz ohne Schatten. Das erklärt den Sommer meistens besser als tausend Worte.

Auf alle Fälle einen wundervollen Sommer für euch!


 

Ventilator auf Rosa

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