FTF Die Buchstaplerin #52 – Summer-Vibes-Buchtipps
In unseren Summer-Vibes-Buchtipps findet ihr das unbeschwerte Lebensgefühl der warmen Jahreszeit, mit einer Mischung aus Freude, Entspannung, Leichtigkeit und sonniger Energie, denn ...
Der SOMMER gehört für viele Menschen zu ihrer liebsten Jahreszeit – warum ist das so? Wir bekommen durch die langen Tage mehr Zeit geschenkt und doch scheint keine Jahreszeit so schnell zu verfliegen wie der Sommer mit seiner Leichtigkeit, seiner Fülle und seinem besonderen Licht. Erinnerungen an die eigene Kindheit und Jugend, die man nachmittags im Freibad verbracht hat, den Geruch von Kokosöl und frittierten Pommes in der Nase und dem Gefühl von grenzenloser Freiheit.
Und auch heute noch verbinden viele den Sommer mit Urlaub, Reisen, lauen Sommerabenden im Freien und ganz viel Lebenslust, gleichzeitig ist da aber auch ein Hauch von Melancholie und Endlichkeit dabei. Kein Wunder also, dass jedes Jahr so viele unterschiedliche Bücher erscheinen, die sich alle mit dem Thema SOMMER beschäftigen.
Restsommer von Kea von Garnier (Blessing Verlag) ist ein gefühlvoller, authentischer Coming of Age-Roman über die erste große Liebe: Zunächst scheint Dominiks Sommer 2003 ein Sommer wie jeder andere – viel Zeit im Freibad verbringen, mit der Band proben und immer wieder seinen Vater im familieneigenen Bestattungsinstitut unterstützen, das er in einigen Jahren übernehmen soll. Seine Zukunft scheint bereits in Stein gemeißelt zu sein, aber will er den Rest seines Lebens so in dieser Kleinstadt verbringen?
Als eines Tages ein Neuer in die Klasse kommt, gerät Domis wohlgeordnetes Leben völlig aus den Fugen: Biff ist unangepasst, freiheitsliebend, impulsiv und sehr faszinierend. Die beiden verbringen immer mehr Zeit miteinander und zum ersten Mal blickt Domi über den Tellerrand bis nach Berlin, doch der Spagat zwischen Pflichtgefühl und Freiheitsdrang ist nur schwer miteinander zu vereinbaren – auch das gehört zum Erwachsen werden …
Eine bitter-süße Lovestory voller Humor, Herzenswärme und farbenfroher Summer-Vibes über die schwierige Suche nach der eigenen Identität – vielschichtig und sehr feinfühlig erzählt!
Wer hätte nicht gerne ein Sommerhaus an den oberitalienischen Seen? Rachel Joyces (übersetzt von Karl-Heinz Ebnet; Thiele Verlag) Roman ist eine fesselnde Familiengeschichte vor der traumhaften Kulisse des Lago d’Orta ...
Der berühmte Künstler Vic Kemp teilt seinen vier erwachsenen Kindern feierlich mit, dass er die 27-jährige Bella-Mae heiraten wird. Die Geschwister Netta, Susan, Goose und Iris sind fassungslos: Handelt es sich bei der jungen Frau um eine Heiratsschwindlerin?
Als kurz nach der Hochzeit ihr Vater tot im See aufgefunden wird, reisen alle vier in das Sommerhaus nach Italien, um den zweifelhaften Tod aufzuklären und ihrer „Stiefmutter“ auf den Zahn zu fühlen. Doch Bella-Mae bleibt undurchschaubar, das Testament unauffindbar, sein letztes Gemälde verschwunden und die Geschwister müssen sich mit ihrer eigenen Vergangenheit auseinandersetzen, alte Konflikte aufarbeiten und sich als Familie neu formieren …
Eine lebenskluge, spannende und immer wieder überraschende Geschichte über das Konstrukt Familie, in dem jede(r) eine eigene Rolle hat, manche(r) ein Doppelleben führt und Geheimnisse unter Verschluss gehalten werden – all das in der flirrenden Atmosphäre des Piemonts! Grazie mille, Rachel Joyce!
Der Debütroman Sommer auf Perigo Island von Perry Chafe (Übersetzt von Claudia Feldmann; Mare Verlag) spielt 1991 in Neufundland.
Der 12-jährige Pierce und seine beiden besten Freunde Bennie und Thomas helfen während ihrer Ferien den Fischern beim Sortieren des Fangs, denn die Insel lebt fast ausschließlich vom Fischfang. Pierce ist traumatisiert vom Tod seines Vaters, der vom Fischen nicht zurückgekehrt ist und hat deswegen eine unbestimmte Angst vor dem Meer entwickelt.
Eines Tages verschwindet ein Mädchen spurlos und ausgerechnet Pierce hatte eine besondere Verbundenheit zu Anna. Die drei Jungs machen es sich zusammen mit Bennies New Yorker Cousine Emily zur Aufgabe, Annas Verschwinden aufzuklären. Die Spur führt sie zu einem geheimnisvollen Fremden, der einsam in einer kleinen, heruntergekommenen Hütte lebt und dort angeblich Meeresforschung betreibt …
Es geht um Freundschaft und Zusammenhalt, Trauer und deren Bewältigung, Verantwortung und falsche Verdächtigungen und um die bedrohliche Situation der Meere. Erzählt in poetischer, zarter und doch kraftvoller Sprache nimmt Perry Chafe seine Leser:innen mit auf eine unvergessliche Reise in die wilde Landschaft Neufundlands!
Die Liebe und der Sommer gehören in meinen Gedanken zusammen, aber was ist, wenn man mit der großen Liebe nicht einen einzigen Sommer zusammen erleben darf? Davon erzählt Timothy Paul in seiner außergewöhnlichen und sehr berührenden Lovestory Eine Liebe ohne Sommer (Rowohlt Verlag).
Im Treppenhaus lernt Rosa den charmanten, gutaussehenden Nikolas kennen und vom ersten Augenblick an spürt sie eine unwiderstehliche Anziehungskraft. Trotz anfänglicher Unsicherheiten stürzen sich die beiden ins Abenteuer Liebe und haben zusammen eine unvergessliche Zeit. Doch dann passiert das Unbegreifliche – Nikolas kommt bei einem Unfall ums Leben. Nach nur drei Monaten des Glücks bleiben Rosa nur die schönen Erinnerungen und viele offene Fragen:
Wer war Nikolas wirklich? Kannte sie nur die Seite an ihm, die er ihr zeigen wollte? Und hatte ihre Liebe überhaupt eine Zukunft? Rosa macht sich auf die Suche nach Antworten und trifft sich mit Menschen, die in Nikolas Leben eine wichtige Rolle gespielt haben …
Timothy Pauls Roman ist so viel mehr als „nur“ eine Liebesgeschichte: es geht um Familie und Freundschaft, Lebensfreude und Glücksmomente, Trauer und Verlust und um die facettenreichen Formen der Liebe. Ein Buch, das mit einer Träne im Augenwinkel glücklich macht!
Wir freuen uns sehr, dass wir drei Exemplare „Eine Liebe ohne Sommer“ von Timothy Paul auf Instagram verlosen dürfen – ein herzliches Dankeschön an den Rowohlt Verlag.
In Unser Sommer endet nie erzählt Virginie Grimaldi (übersetzt von Sabine Schwenk; Eisele Verlag) von zwei Schwestern, die sich auseinandergelebt haben.
Emma und Agathe verbringen eine letzte Woche im Haus ihrer Großmutter im französischen Baskenland, nachdem in den letzten Jahren zwischen den Schwestern Funkstille geherrscht hat. Nach dem Tod der Großmutter müssen die beiden zusammen das Haus auflösen und sich um den letzten Willen der Verstorbenen kümmern.
Zwischen Erinnerungen an wunderschöne Ferien, die sie hier verbracht haben, und alten Verletzungen, die nun wieder aufbrechen, müssen die beiden sich den Gespenstern ihrer Vergangenheit stellen, offen miteinander sprechen und gegenseitiges Verständnis aufbringen, um ihrer Schwesternschaft eine neue Chance zu geben …
„Unser Sommer endet nie“ ist eine komplexe, emotionale Familiengeschichte über Nähe und Distanz und über die Sprachlosigkeit und Zerbrechlichkeit menschlicher Beziehungen, die Hoffnung schenkt und gleichzeitig die Sehnsucht nach Frankreich weckt!
Allein schon wegen der liebevollen Gestaltung ist Der Sommer, der uns blieb von Greta Herrlicher (Vani Verlag) ein besonderes Buch über einen verhängnisvollen Sommer, der das Leben dreier Freunde entscheidend beeinflusst hat. Pia, Britta und Martin wachsen in einer idyllischen Kleinstadt auf und genießen gemeinsam die unbeschwerte Zeit ihrer Kindheit und Jugend. Die drei scheinen unzertrennlich – bis eines Tages die Freundschaft an einer falschen Entscheidung zerbricht, Pia verschwindet und jede(r) seine eigenen Wege geht.
Zwanzig Jahre später treffen die drei in ihrer Heimatstadt wieder aufeinander, aber all die unausgesprochenen Spannungen der Vergangenheit liegen noch immer in der Luft. Gelingt es den dreien, sich wieder anzunähern, ehrliche Gespräche zu führen, einander zu verzeihen und der Freundschaft eine zweite Chance zu geben?
Aus wechselnder Perspektive erzählen die drei von Vergangenheit und Gegenwart und so setzt sich deren Geschichte Teilchen für Teilchen wie ein Puzzle zusammen. Ein empathischer Wohlfühlroman voller Leichtigkeit und Wehmut, der die Stimmung des Sommers atmosphärisch in Szene setzt!
Sommerhausküche von Michaela Fuchs (Christian Verlag) ist eine Liebeserklärung an den Sommer im Norden, an die Mitternachtssonne und die langen hellen Tage, an Blaubeeren und Blumenkränze, an Fjorde und wilde Wälder und an die roten Holzhäuser und Sommerhütten. Die Autorin verführt uns mit den einfachen Gerichten einer Sommerhausküche, frischen, saisonalen Zutaten aus der Natur und weckt die Sehnsucht nach Skandinavien:
One-Pot-Pasta mit Köttbullar, pochierter Lachs mit Dillcreme, Knäckebrot-Pizza, knusprige Quetsch-Kartoffel-Platte, Hotdogs mit nordischem Twist, Rotklee-Pesto, Himbeer-Pfannkuchen-Torte, Blaubeer-Vanilleschnecken oder eine Sanddorn-Smoothie-Bowl – allein schon das Durchblättern mit den vielen ästhetischen Fotos macht Lust auf die nordische Küche und einen Urlaub in Finnland, Schweden, Norwegen oder Dänemark. Ein wunderschönes Kochbuch, das vom Sommer in Bullerbü träumen lässt!
„Der Sommer war erfüllt von Licht, das selbst die stillsten Winkel der Seele berührte.“
Marcel Proust
Ich wünsche euch einen Sommer voller Licht, Leichtigkeit, Wärme und unerwarteter Möglichkeiten!
Lasst es euch gut gehen!
Wir lesen uns!
Eure Buchstaplerin
© FTF, Sabine Fuchs und Ulrike Heppel
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