Mein Tag im Atelier
Während ich in Griechenland auf meiner Terrasse in einem Bergdorf in der Sonne sitze und meinen Morgenkaffee trinke, denke ich darüber nach, wie ich auch zuhause mir immer wieder Inseln der Ruhe schaffen kann.
Dabei fällt mir mein Tag im Atelier Ende August bei meiner Freundin Gabi ein.
Gabi und ich kennen uns schon seit der Schule. Beide arbeiten wir in kreativen Berufen. Gabi als Modedesignerin, ich als Grafik Designerin. Seit einigen Jahren malt Gabi überwältigend schöne Bilder, in denen ich oft das Meer entdecke. Womit wir wieder in Griechenland sind :).
Seit letztem Jahr öffnet Gabi jetzt ihr Atelier für Frauen, (und auch Männer), die schon immer einmal malen wollten, sich aber bisher vielleicht nicht getraut haben. Weil da diese weiße Leinwand ist und sofort die Frage im Raum steht: Kann ich das überhaupt?
Genau darum geht es bei Gabis Workshop „Mein Tag im Atelier“: die Scheu vor der weißen Leinwand zu verlieren und sich ganz dem Prozess des Malens hinzugeben.
Ein Tag wie in Griechenland auf der Terrasse, ohne Blick auf die Uhr, und eigentlich auch ohne festes Ziel ...
Gabi nennt ihren Workshop „Mein Tag im Atelier“. Man könnte dazu auch sagen mein Tag für mich oder mein Tag in ganze vielen Momenten.
Wie verliert man die Angst vor einer weißen Leinwand?
Wie schafft man es, sich beim Malen zu entspannen, ohne ständig darüber nachzudenken, wie das Bild am Ende aussehen soll?
Und wie verhindert man, dass der eigene Anspruch einem dabei im Weg steht?
Gabi hat darauf erstaunlich einfache Antworten:
Nach einem großartigen Cappuccino beginnt unser Ateliertag damit, dass wir unsere Leinwände erst einmal „entweihen“. Mit dem Bleistift zeichnen wir in großen, schwungvollen Bewegungen Kurven und Wellen über die weißen Flächen und ohne darüber nachzudenken, was daraus werden soll. Gabi meint, dass damit schon die größte Blockade überwunden ist.. Und tatsächlich: Als wir jetzt unsere Leinwand mit breitem Pinsel in unterschiedlichen. lichten Farben mit einem gaaaaanz breitem Pinsel grundieren sollen...
... fällt es mir schon viel leichter nicht mehr darüber nachzudenken, wie mein Bild eigentlich am Ende aussehen soll.
Obwohl ich zu diesem Zeitpunkt eigentlich ein Wüstenbild im Kopf habe.
Warum eigentlich zwei Leinwände?
Auch das ist eines von Gabis Geheimrezepten.
Wir arbeiten gleichzeitig auf einer großen und einer kleinen Leinwand. So nimmt sie uns ganz nebenbei die Fixierung auf ein bestimmtes Endergebnis. Man kann zwischen den Bildern wechseln, etwas ausprobieren, und dann das andere Bild wieder mit Abstand betrachten.
Nachdem die Leinwände jetzt trocken müssen, kommt ein weiterer schöner Teil des Ateliertags: Die Farbauswahl.
Gabi hat natürlich eine riesige Auswahl an Farben in ihrem Atelier. Ich greife zu den schönsten Beige- und Erdtönen. Mein Wüstenbild ist schließlich immer noch irgendwo in meinem Kopf. Und Gabi gibt mir Tipps welche Farben da jetzt gut dazu passen würden.
Und dann geht es los: Mit gaaaanz viel Wasser und einem super dicken Pinsel trage ich in großen Schwüngen Farbe auf die Leinwand auf. Die eigentliche Kunst besteht jetzt darin, die Farbe ihren eigenen Weg nehmen zu lassen – und nicht zu früh mit der nächsten Farbe einzugreifen.
Eigentlich ist das ein bisschen wie im wirklichen Leben: etwas beginnen, Geduld haben, weitermachen und schauen, wie es sich entwickelt.
So arbeiten sich Claudia (die andere Malschülerin an diese Tag) und ich Schritt für Schritt an unsere fertigen Bilder heran. Farbe aussuchen. Mit dem breiten Pinsel auftragen. Viel Wasser dazugeben. Beobachten, was die Farbe macht. Vielleicht noch ein wenig Farbe ergänzen. Wieder trockenföhnen. Und dann von vorne.
Immer begleitet von Gabis fachkundigem Blick, ihren Tipps und ihrer wunderbaren Fähigkeit, genau im richtigen Moment einzugreifen und uns ansonsten einfach machen zu lassen.
Am späten Nachmittag sind dann nicht nur 2 wunderbare Bilder entstanden, sondern ich fühle mich maximal entspannt.
Malen in Gabis Atelier, ein Tag im Flow, herrlich ...
Da Gabis liebevoll eingerichtetes Atelier klein aber fein ist, können immer nur zwei Malbegeisterte an ihrem Workshop teilnehmen. Aber genau das macht das Ganze wirklich zu DEINEM Tag im Atelier.
Und natürlich darf ich eines nicht vergessen: Zwischendurch gab es ein wunderbares Mittagessen – denn Malen macht hungrig – und wir wurden den ganzen Tag mit gesunden Snacks versorgt.
Wenn du in München und Umgebung wohnst und auch einmal so einen wunderbar entspannten Tag im Atelier verbringen möchtest, dann schreib meiner Freundin Gabi doch einfach eine Mail: van-de-flierdt{at}t-online.de oder schau auf ihrer Website vorbei.
Es lohnt sich. Versprochen!
© FTF, Sabine Fuchs und Ulrike Heppel
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