16•10•2025

Natur aufräumen – wenn der Herbst die Seele berührt!

Letzte Woche hat Sabine euch schon erzählt, auf welche 8 Dinge sie sich im Herbst freut. Dabei ist Sabine ein totales Sommerkind und meist etwas wehmütig, wenn der Sommer vorbei ist. Diese Woche erzähle ich euch, warum ich aber eine große Herbstliebhaberin bin, schon immer war und warum für mich diese Jahreszeit etwas ganz Besonderes hat.
Als ich an einem der letzten Wochenenden bei meiner Mama war, um ihr im Garten zu helfen, ist es mir wieder ganz deutlich geworden: 


Der Herbst ist meine absolute Lieblingsjahreszeit. 


Es war einer dieser wunderbaren Tage, an denen ich den ganzen Tag draußen verbracht habe und an denen schon dieser besondere Duft in der Luft hing – eine Mischung aus feuchter Erde, fallenden, verrottenden Blättern und frischer Kühle. Der Himmel war leicht verhangen, die Sonne blinzelte nur ab und zu durch die Wolken, und genau in dieser Stimmung fühlte ich mich rundum geerdet, zutiefst zufrieden und ruhig.

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Äpfel liegen unter einem Baum


Wir waren dabei, den Garten winterfest zu machen. Ich erntete die letzten Himbeeren, zog die Tomatenpflanzen aus der Erde, harkte das erste gefallene Laub zusammen und sammelte die Äpfel, die es in diesem Jahr wirklich in Hülle und Fülle gibt, ein, um sie für den Winter in Kisten zu lagern. In einem anderen Korb landeten Walnüsse, die später ganz sicher in einem leckeren Apfel-Kuchen oder in meinem morgendlichen Müsli landen werden. Und während ich so arbeitete, kam mir der Gedanke: Dieses Aufräumen in der Natur fühlt sich an wie ein Aufräumen in mir selbst. 


Ich hatte das Gefühl, jede der erledigten Arbeiten ergibt eine neue Struktur, im Außen, aber auch in meinem Inneren. 


Jede Bewegung – das Fegen der bunten Blätter, das Schneiden der Sträucher, das Sortieren von Äpfeln und Nüssen – hatte fast etwas Meditatives. Die körperliche Arbeit, zusammen mit dem Gefühl etwas sichtbar erledigt zu haben, gab mir ein unglaublich befriedigendes Gefühl. Ich war ganz bei mir. Der Herbst hat diese besondere Kraft, uns zur Ruhe zu bringen. Während draußen alles langsam zur Stille kommt, dürfen auch wir innerlich ein wenig loslassen.
Diese Vorfreude auf den Herbst hatte ich schon in meiner Kindheit. Ich erinnere mich an das Gefühl, das ich hatte, wenn wir aus einem Sommerurlaub zurück nach Hause gefahren sind und ich schon voller Vorfreude an die Herbsttage gedacht habe. Mir fiel es nie schwer, den Sommer loszulassen, denn der Herbst hatte schon immer eine unglaubliche Anziehung auf mich und das ist auch heute noch so.

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2 Bilder mit Herbststimmung und einer Person

Spaziergänge im Herbst sind für mich unvergleichlich schön. Ich liebe die Farbexplosionen der Natur, dieses warme Gold, das leuchtende Rot und satte Braun. Kein Filter dieser Welt kann diese Töne so schön einfangen, wie sie wirklich sind. Jeder Spaziergang wird zu einem kleinen Fest für die Sinne – das Rascheln der Blätter unter den Füßen, der Geruch nach Holz und Nebel, das erste Kaminfeuer irgendwo in der Ferne.

Und dann die kühle, feuchte Luft, die mich tief durchatmen lässt. Sie klärt den Kopf, belebt die Haut und schenkt mir ein Gefühl von Freiheit. Im Sommer ist alles laut, hell, schnell – im Herbst darf alles ein bisschen langsamer werden. Ich genieße das.
Abends, wenn es früh dunkel wird, freue ich mich auf die andere Seite des Herbstes:
Kerzenschein, Tee, Decken, sanfte Musik. Dieses bewusste Einkuscheln, das man im Sommer gar nicht braucht. Die Welt draußen mag stürmisch sein – drinnen wird’s warm, ruhig und geborgen.

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Herbststimmung, 2 Bilder

Ich liebe es, auf dem Sofa zu sitzen und herbstliche Rezepte herauszusuchen. Mir persönlich macht das Kochen im Herbst und Winter viel mehr Spaß, vor allem mit den geernteten Dingen: Apple-Crumble, Kürbissuppe oder ein Nussbrot. 


Der Herbst bringt nicht nur Ruhe, sondern auch Fülle – Erntezeit, Dankbarkeit, das Gefühl, dass alles seinen richtigen Rhythmus hat.


Vielleicht ist das der Grund, warum ich diese Jahreszeit so sehr liebe:
Sie erinnert mich daran, dass Loslassen nichts mit Verlust zu tun hat, sondern mit Raum schaffen für Neues.
Die Natur zeigt es uns – sie zieht sich zurück, um im Frühjahr wieder aufzublühen. Und genau das dürfen wir auch.
Der Herbst ist für mich ein Fest der Sinne, ein Moment der Erdung und eine Einladung zum Durchatmen.
 

Und jedes Mal, wenn ich ein Blatt in der Hand halte, das in tausend Farben schimmert, denke ich:
Wie schön, dass es diesen stillen Zauber gibt – und dass ich ihn spüren darf.

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Uli umarmt Baum im Herbst

Das wunderschöne Gedicht „Herbst“ stammt aus der Feder von Theodor Fontane.

O du wunderschöner Herbst,
Wie du die Blätter golden färbst,
Deiner reinen Luft so klar und still,
Noch einmal ich mich freuen will.
 
Ich geh den Wald, den Weiher entlang;
Es schweigt das Leben, es schweigt Gesang,
Ich hemme den Schritt, ich hemme den Lauf
Erinnerungen ziehen herauf.
 
Erinnerungen sehen mich an,
Haben es wohl auch sonst getan.
Nur eins hält nicht mehr damit Schritt.
Lachende Zukunft geht nicht mehr mit.
 
Vergangenheit hält mich in ihrem Bann,
Vergangenheit hat mir’s angetan;
Den Blick in den Herbst, den hab ich frei,
Den Blick in den Herbst. Aber der Mai? 

Vielleicht seid ihr auch Herbstliebhaber, wie ich? Klar gibt es auch trübe Tage im Herbst, aber mal ehrlich, wenn die Sonne auf das bunte Herbstlaub scheint, gibt es doch fast nichts Schöneres ...

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Blätter im Kanal



 

Herbstdämmerung mit Kerzen

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Kommentare

Anne

Danke, liebe Uli, für diesen schönen inspirierenden Text und die Bilder. Genau die richtige Einstimmung zu diesem herbstlichen Wochenende…
Viele Grüße aus Norddeutschland von Anne

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