14•10•2020 ••

Thema Schönheitsoperation

Fuck the Falten – jede*r assoziiert mit unserem Namen etwas anderes. Die einen denken, wir wollen damit sagen, „Scheiß auf die Falten, wir können trotzdem entspannt weiterleben“, die anderen meinen rausgehört zu haben, dass wir Falten Scheiße finden. Um das jetzt mal klarzustellen: Beides ist für uns richtig. Aber vor allem ist uns eines wichtig:


Jede Frau sollte nach ihrem ganz persönlichen Belieben alt werden dürfen.​


Und dazu gehören für uns Schönheitsoperationen genauso wie graue Haare, Botox oder auch bauchfreie T-Shirts mit Dehnungsstreifen am Bauch. Wichtig ist doch, dass wir uns wohlfühlen. Und dass wir alle begreifen, dass es den e i n e n Weg, alt zu werden, für eine Frau nicht mehr gibt. Denn die Zeiten haben sich geändert und ändern sich weiter – Gott sei Dank – und deswegen sind wir jetzt auch die erste Generation von Frauen, die sich ihre Art alt zu werden, nicht mehr vorschreiben lässt. Vorbei die Zeiten, in denen Frauen ab einem gewissen Alter keine Jeans tragen dürfen, oder gar lange Haare. Und vorbei auch die Zeiten, in denen Frauen, wenn sie sich Schönheitsoperationen unterziehen, dies dann auf jeden Fall verschweigen.


Eine, die auch ganz offen mit dem Thema umgeht, ist Anja aka Schminktante.


 Anja hat sich dieses Jahr ihre Schlupflider operieren lassen und hat uns jetzt in einem Interview unsere Fragen zu diesem Thema beantwortet.

Anja, du hast dir vor 8 Monaten die Oberlider operieren lassen, eine sogenannte Blepharoplastik, wie zufrieden bist du mit dem Ergebnis?

Sehr zufrieden!! Ich schaue morgens mit einem wachen Blick in den Spiegel und das gefällt mir sehr! 

Wie lange hast du dich mit dem Thema Schönheitsoperation auseinandergesetzt?

Ziemlich lange. Ich hatte immer schöne große Augen und mit den Jahren wurde das Oberlid immer schrumpeliger und hing manchmal sogar richtig runter, so dass mein Blick zunehmend müder wirkte, wenn ich nicht mit dem ein oder anderen Make-up-Trick nachhalf. Ich wusste schon mit 40, dass das eines Tages Thema werden würde, habe mich aber nicht unter Druck gesetzt. Ich habe „die Szene“ beobachtet, mich informiert, bin mit 45 oder 46 aktiv auf die Suche gegangen und habe mich in verschiedenen Praxen beraten lassen.

Wo oder wie hast du dich im Vorfeld schlau gemacht?

Ganz viel im Internet. Über einige Kooperationspartner hatte ich bereits Kontakte in verschiedene Praxen und zu verschiedenen Ärzten. Mit vielen habe ich gesprochen, gemailt, sie besucht. Ich habe auch selbst recherchiert und mich vom Bauchgefühl und meiner Erfahrung als Bloggerin leiten lassen. 

Wie bist du zu deinem Schönheitsdoc gekommen, zu dem du Vertrauen hattest?

Da gibt es einen schönen Blogartikel, den ich dazu geschrieben habe. Denn eigentlich dachte ich zuerst: „Hä? Was erzählt der mir denn hier?“ Nicht, dass er etwas Falsches gesagt hätte - aber da gab es eine Frage, die ich plastischen Chirurgen immer stelle und die hat er total von sich gewiesen und gesagt: „Es ist IHR Gesicht und allein SIE entscheiden, was sie daran ändern möchten und was nicht. Ich bin der Fachmann an Ihrer Seite, berate sie mit meiner 30-jährigen Erfahrung als plastischer Chirurg und kläre Sie über alle Risiken auf.“
Das wollte ich dann genau erklärt haben, und wie mir dieser Baum von einem Mann sehr kompetent und vor allem sehr sympathisch auseinandergesetzt hat, hat mich beeindruckt.


Ich habe das Gespräch etwas setzen lassen und 3 Jahre später den OP-Termin vereinbart. Gut Ding will eben Weile haben :-). 


Welche Frage stellst du denn immer?

Da gibt es einen ausführlichen Artikel dazu auf meinem Blog (lacht)

(Anmerkung FTF: Wir haben euch den Artikel am Ende des Interviews verlinkt)

Hattest du Angst vor der OP?

Na klar!!! Am Abend vor der OP, als wir schon in München im Hotel waren, wollte ich die ganze Sache abblasen. 

Gibt es eine Schönheitsoperation, die du grundsätzlich ablehnst?

Ach ... vor Ewigkeiten habe ich noch behauptet, ich würde sicher nie an mir herumschnippeln lassen, und jetzt bin ich mit dem Ergebnis so glücklich. Keine Ahnung, ob es irgendetwas gibt, das ich NIE machen lassen würde. Wahrscheinlich Eingriffe wie das Aufspritzen meines Hinterteils oder eine Genitalkorrektur. Wahrscheinlich würde ich mir auch nie den Kiefer brechen oder mir zugunsten einer schlankeren Taille eine Rippe entfernen lassen. Aber weiß man es …? :-) Ich möchte mich nicht überoptimieren, wie es so schön heißt. Einfach ein bisschen frischer, wacher und erholter aussehen, das reicht mir. Es MUSS natürlich bleiben! Und wenn man sich anschaut, wie schnell sich die Möglichkeiten der ästhetischen Medizin entwickeln und was heute alles mit kleinen Eingriffen machbar ist, möchte ich heute nichts in Stein meißeln …


Auf gar keinen Fall möchte ich dem Jugendwahn verfallen und irgendwann das „gesunde Maß“ verlieren.


Oder mit 70 aussehen wollen wie eine 25-Jährige. Altern gehört nun mal zum Leben dazu. Aber es kann ja (zumindest optisch) ein bisschen langsamer gehen. 

Beim Thema Schönheitsoperation scheiden sich ja bekanntlich die Geister.

Du hast das ja auf Instagram und auf deinem Blog offen kommuniziert. Hast du viele übergriffige Kommentare erhalten?

Nein. Manche zeigen Unverständnis darüber, dass ich die Lider habe operieren lassen. Die haben mich nun mal anders wahrgenommen als ich mich selbst. Aber das ist ja wie bei vielem anderen im Leben auch: Irgendwer hat immer irgendwas zu meckern oder weiß es besser oder meint, er müsse mir sagen, welche Entscheidung ich zu treffen habe. Damit kann ich aber glücklicherweise zunehmend gelassen umgehen und kümmere mich nicht darum. Der Großteil meiner Community ist immer sehr interessiert an diesem Thema und zwar aus den verschiedensten Gründen.

Und deine Freunde und Freundinnen, wie haben die reagiert?

Die meisten meiner Mädels wussten, dass ich die Thematik Schrumpellid eines Tages angehen würde. Glücklicherweise habe ich Freundinnen, die mich so sein lassen, wie ich bin und meine Meinung akzeptieren, auch wenn sie vielleicht nicht mit ihrer übereinstimmt. Die meisten haben mich ordentlich, aber liebevoll aufgezogen, als ich 2 Tage nach der OP aussah wie ein Preisboxer. Und jetzt freuen sich alle mit mir.


So eine Lidkorrektur macht ja aus mir keinen anderen Menschen.


Warum glaubst du, dass das Topic Schönheitsoperation so polarisiert?

Weil wir in der Öffentlichkeit oft nur die Negativ-Beispiele sehen. Wenn man von Schönheitsoperationen spricht, haben alle direkt diese Horrorbilder von den schlechten Ergebnissen vor Augen.


Die richtig guten Eingriffe nimmt man nämlich meist gar nicht direkt wahr.


Wie ich oben schon sagte: Irgendwer hat immer irgendwann irgendwas zu meckern. Und jeder hat ja seine ganz eigene Einstellung zum Älterwerden. Die einen stört es nicht, wenn Brüste und Lider hängen, die Haut trockener wird, die Haare grau werden und die Falten tiefer. Die anderen stört jedes Detail und wieder andere wollen einfach ein kleines Stück Jugendlichkeit auch im Äußeren bewahren. Wir Frauen sind doch so verschieden … Und die, die der Verschrumpelungsprozess so gar nicht stört, die können vielleicht gar nicht verstehen, wenn jemand sagt: Stopp, das hat jetzt noch ein paar Jahre Zeit. Ich finde es ganz wichtig, dass wir offen mit unserer Einstellung umgehen und ein bisschen Nachsicht walten lassen, wenn die andere Meinung nicht auch unsere eigene ist.


Jede*r darf doch für sich selbst entscheiden wie er aussehen will und wie nicht. ​​


Was würdest du unseren Followerinnen raten, wenn sie sich mit dem Gedanken einer Schönheitsoperation befassen?

Geht euren eigenen Weg! Lasst euch nicht von außen beeinflussen! Ihr trefft eure eigene Entscheidung für euren Körper, niemand sonst! Informiert euch, sprecht miteinander, recherchiert und überstürzt nichts.


Irgendwann kommt der Punkt, an dem ihr sagt: Jetzt! Oder eben auch nicht! 



Anja hat übrigens nicht nur einen wunderbaren Blog, auf dem sie über Beautythemen schreibt, sondern auch einen tollen Instagramkanal, auf dem sie immer wieder tolle Schminktutorials veröffentlicht. Wenn ihr auch mit dem Gedanken spielt, eure Schlupflider operieren zu lassen, dann könnt ihr auf Anjas Blog weiterlesen:
Das Tagebuch (m)einer Lidstraffung
Frischekick vom Beautydoc – Mein Besuch in der Villa Bella München

 

(By the way: Sabine hat sich Anfang 40 ihre Tränensäcke operieren lassen > das könnt ihr in unserem Beautyinterview auf dem Blog von Anja nachlesen.)

 

 

 

Kommentare

Michaela Hammel
19•10•2020
Ihr Lieben, ich habe vor ca. 5 Jahren mit der Zeitschrift Donna und Frau Dr. Caroline Kim ein Tabu gebrochen. Ich wurde während meiner Lid-Straffung hautnah fotografiert und auch interviewt. Meine Lider hingen so weit runter, dass die Wimperntusche nicht mehr aufzutragen war! Es ist uns gelungen, dass man darüber spricht. Und es ist richtig so. Ich gestehe auch, dass meine Zornesfalten "Schnee von gestern" sind - und das ist gut so :-) Ich fühle mich gut erholt, sehe auch so aus und kann mich wieder gescheit schminken. Hurra! Liebe Grüße Eure Michaela
FTF, Sabine Fuchs
19•10•2020
Liebe Michaela, da warst du vor 5 Jahren richtig mutig. Und ganz ehrlich – vor 13 Jahren wussten bei mir nur meine besten Freund*Innen von meiner Tränensackentfernung. Es ist gut, dass wir darüber sprechen. Aber es ist auch gut, dass jede*r seinen Weg gehen kann, mit dem Alter umzugehen. Wie ja Anja schon gesagt hat, die schönsten Op`s sind die, die man nicht sieht. Und das ist ja bei dir wirklich gelungen :)) Alles Liebe Sabine

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